Wer großartige Grafik, leistungsstarke Server und eine sehr agile Community sucht, ist bei Flyff an der falschen Adresse. Der deutsche Vertreter von Flyff kämpft mit den gleichen Problemen wie alle anderen Sprachausgaben: Die Server packen die Menge an User nicht. Es ist gerade zu eine Zumutung sich in stärkster Ruckelmanie durch die Hauptstadt “Flaris” zu bewegen. Fast auf jeden Meter kommen dazu noch Shops, die von den Spielen eingerichtet werden können, um allerlei Waren zu verkaufen. Wer sich zum Schmied bewegen möchte, muss diesen erst einmal finden. Eine Ausweichmöglichkeit sind die anderen Channels von Flyff, wo es weit aus weniger voll ist. Denn jeder Server hat mehrere Kanäle auf denen gespielt wird. In aller Regel ist der Kanal 1 am vollsten von allen fünfen. Tragisch wird es nur bei den Monsterkämpfen, pro getötetes Wesen bekommt der Spieler Erfahrungspunkte, die er in seine Fähigkeiten investieren kann. Auch wird durch den Levelaufstieg neue Ausrüstung frei geschaltet. Wer jedoch darauf hofft, ohne Probleme eine Kreatur zu töten, sollte sich doch genauer mit dem Spiel befassen. Durch die sehr schlechte Übertragungsleistung der Server, kann es schnell dazu kommen, dass die Position des Monsters wechselt. So passiert es, dass es vor dem Angriff noch viele Meter entfernt ist und nach dem ersten Treffer schon direkt vor einen steht. Für schwächer gepanzerte Klasse wie den Magician (Magier), kann es hier schnell zu frustrierenden Ergebnissen kommen. Die Community selber besteht zum Großteil aus Persönlichkeiten, die scheinbar lieber etwas länger in der Schule geblieben wären. Es empfiehlt sich daher schnell gleich gesinnte zu finden, bevor man sich trotz Vielzahl an User einsam fühlt. Wie andere Vertreter dieses Genres, hat auch dieses Spiel mit Bots zu kämpfen. Es werden sogar diverse Internetseiten angeboten, die einen gewissen Service anbieten, teils zu echtem Geld. Das Spiel finanziert sich selber durch einen internen Itemshop, der durch die virtuelle Währung “Gpotato” gekauft werden kann. Diese müssen allerdings von echten Geld zuvor bezahlt werden. Im großen und ganzen sieht man Flyff sein Alter deutlich an. Das Spielprinzip hat sich im Laufe der Jahre kaum verändert. Die wenigen Events die im Jahr kommen bieten auch Dauergamern kaum Abwechslung. Es ist eher etwas für Zwischendurch und eignet sich nicht als Langzeitspiel. Die Zielgruppe des Spiels dürfte sich ungefähr von 2 bis 4 Jahre halten. Da es praktisch irrelevant ist irgendeine Form von Rpg zu betreiben. Wer dieses Spiel als Online-Rollenspiel bezeichnet, verfehlt völlig in seiner Aussage. Denn zum Rollenspielen gehört eine kompakte Story, die sich entweder linear noch individuell greifen lässt. Die Quests in dem Spiel bestehen nur aus töten und Items sammeln. Seltenst werden komplexere Dinge vom Spieler verlangt. Auch kommt es dem Anwender vor, als befände sich das Spiel nicht im Aufschwung, sondern im Abschwung. Als würden die letzten Dinge noch investiert werden, bevor die halbe Bauruine geschlossen wird. Denn Flyff ist bis heute voller Bugs (Fehler), wie kaum ein anderer Genrevertreter. Dabei hat es schon viele Jahre auf dem Buckel. Wer es einfach mag und gerne auf unendlich lang spawnende Gegner einschlägt, wird sich in Flyff gut zurecht finden, sofern die niedliche Altbacken-Grafik in Kauf genommen wird. Auch wenn Grafik nicht alles ist was ein Spiel aus macht. Hätte ein Facelift Flyff sicherlich nicht schaden können.


Dezember 15th, 2010
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